- Bei kostenlosen und privaten Konten nutzen viele Anbieter deine Eingaben standardmäßig für das Training, bei Business-Zugängen und über die API in der Regel nicht.
- Kundendaten, Zugangsdaten, Geschäftsgeheimnisse und Gesundheitsdaten gehören nie in einen öffentlichen KI-Chat.
- Business-Tarif, Auftragsverarbeitungsvertrag und Anonymisieren vor dem Einfügen sind die drei wichtigsten Hebel für einen sauberen Einsatz.
Betrifft dich, wenn du oder dein Team beruflich KI-Tools nutzt und dabei auch echte Kunden- oder Geschäftsdaten im Spiel sind.
01Wohin deine Eingaben gehen
Ein KI-Chat fühlt sich an wie ein Programm auf deinem Rechner, ist aber ein Dienst: Jede Eingabe wird an die Server des Anbieters geschickt und dort verarbeitet. Je nach Konto darf der Anbieter diese Eingaben zusätzlich speichern und als Trainingsmaterial für künftige Modelle verwenden. Was einmal im Training gelandet ist, holst du praktisch nicht mehr zurück. Das gilt übrigens genauso für hochgeladene Dateien, Tabellen und Screenshots, nicht nur für getippten Text. Kein Grund zur Panik, aber ein guter Grund, genau hinzuschauen.
02Verbraucher-Konto oder Business-Zugang
Die großen Anbieter unterscheiden inzwischen deutlich zwischen privaten Konten und Geschäftskunden. Die Grundregel: Wer als Unternehmen auftritt und zahlt, bekommt die besseren Zusagen. Stand August 2026 sieht das Bild bei den meisten so aus:
- Kostenlose und private Konten: Training mit deinen Eingaben ist oft standardmäßig aktiv, abschaltbar in den Datenschutzeinstellungen.
- Business- und Enterprise-Tarife: Training ist standardmäßig aus, dazu gibt es vertragliche Zusagen und einen Auftragsverarbeitungsvertrag.
- API-Zugänge: ebenfalls kein Training mit deinen Daten in der Standardeinstellung.
- Vorsicht bei Feedback-Buttons: Daumen hoch oder runter kann das Gespräch zur Auswertung freigeben.
- Die Einstellungen ändern sich immer wieder. Prüfe den Stand direkt in der Datenschutzdoku deines Anbieters.
03Was nie in einen öffentlichen Chat gehört
Bei einem öffentlichen Chat mit privatem Konto musst du davon ausgehen, dass deine Eingaben gespeichert und ausgewertet werden können. Vier Kategorien haben dort deshalb nichts verloren:
- Kundendaten: Namen, Adressen, Bestellhistorien, Mailverläufe mit echten Absendern.
- Zugangsdaten: Passwörter, API-Schlüssel, Zahlungsdaten, egal in welchem Zusammenhang.
- Geschäftsgeheimnisse: Kalkulationen, Lieferantenkonditionen, unveröffentlichte Pläne.
- Gesundheitsdaten und andere besonders geschützte Angaben, auch über dich selbst.
04Die DSGVO gilt trotzdem
Sobald personenbezogene Daten in ein KI-Tool fließen, brauchst du eine Rechtsgrundlage, wie bei jedem anderen Dienstleister auch. Verarbeitet der Anbieter die Daten in deinem Auftrag, gehört ein Auftragsverarbeitungsvertrag dazu. Und weil viele Anbieter in den USA sitzen, kommt der Drittlandtransfer ins Spiel: Der braucht eine eigene Grundlage, etwa eine Zertifizierung des Anbieters nach dem aktuellen EU-US-Rahmen oder Standardvertragsklauseln. Der Stand ändert sich hier immer wieder, prüfe ihn beim Vertragsschluss und nicht nur einmal. Für dich als Händler ist das nichts Neues: Es sind dieselben Fragen wie bei jedem Newsletter-Tool oder Hoster, nur dass die Antworten bei KI-Anbietern öfter wechseln.
05So sicherst du dich praktisch ab
Der wirksamste Schritt ist der Wechsel auf einen Business-Tarif mit Auftragsverarbeitungsvertrag. Der zweite ist eine simple Gewohnheit: anonymisieren, bevor du einfügst. Namen durch Platzhalter ersetzen, Adressen raus, Kennungen kürzen. Für die meisten Aufgaben braucht die KI die echten Daten gar nicht, ein "Kunde A" funktioniert genauso gut. Beides zusammen, richtiger Tarif und sparsame Eingaben, löst den größten Teil des Problems. Und wenn ein Kunde später fragt, wo seine Daten gelandet sind, hast du eine ehrliche und kurze Antwort.
Meine Faustregel: Schreibe in einen KI-Chat nichts, was du nicht auch einem externen Dienstleister ohne Vertrag schicken würdest.
- Prüfen, mit welchen Konten dein Team arbeitet, und für die Arbeit auf einen Business-Tarif wechseln.
- Wo weiter private Konten im Spiel sind: das Training in den Datenschutzeinstellungen abschalten.
- Mit dem Anbieter einen Auftragsverarbeitungsvertrag abschließen und den Drittlandtransfer klären.
- Anonymisieren zur Gewohnheit machen: Namen, Adressen und Kennungen durch Platzhalter ersetzen.
- Eine kurze Tabu-Liste ins Team geben: welche Daten nie in einen Chat dürfen.
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