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Kompetenzpflicht seit 2. Februar 2025

Ich nutze doch nur ChatGPT: Welche Pflichten du trotzdem hast

KI verstehen·3 Min. Lesezeit·Stand: 04.08.2026
Das Wichtigste in Kürze
  • Wer KI-Tools beruflich nutzt, ist im AI Act der Betreiber, und für diese Rolle gelten eigene, überschaubare Pflichten.
  • Seit dem 2. Februar 2025 verlangt Artikel 4 KI-Kompetenz: eine kurze, dokumentierte Schulung deckt das in vielen Fällen ab.
  • Verantwortlich für das, was mit KI erstellt und entschieden wird, bleibt dein Unternehmen, nicht das Tool.

Betrifft dich, wenn du oder dein Team fertige KI-Tools wie ChatGPT beruflich nutzt, ohne selbst KI-Produkte anzubieten.

01Betreiber, nicht Zuschauer

Der AI Act unterscheidet im Kern zwei Rollen. Anbieter entwickeln KI-Systeme und bringen sie auf den Markt. Betreiber setzen fertige Systeme unter eigener Verantwortung beruflich ein. Sobald du ChatGPT für Produkttexte nutzt, ein KI-Tool im Kundenservice mitläuft oder ein Assistent deine Mails vorsortiert, bist du Betreiber im Sinne des Gesetzes. Rein private Nutzung fällt nicht darunter.

Die gute Nachricht: Für Betreiber fertiger Alltagstools sind die Pflichten überschaubar und mit wenig Aufwand zu erfüllen. Ignorieren solltest du sie trotzdem nicht. Sie sind leicht umzusetzen und schwer zu entschuldigen, wenn im Ernstfall nichts davon existiert.

02Artikel 4: die Pflicht zur KI-Kompetenz

Seit dem 2. Februar 2025 verlangt der AI Act, dass alle Personen, die im Unternehmen mit KI arbeiten, über ausreichende KI-Kompetenz verfügen. Das Gesetz schreibt weder ein Zertifikat noch einen festen Stundenumfang vor. Entscheidend ist, dass dein Team versteht, was die eingesetzten Tools können, wo sie typischerweise irren und welche Regeln im Haus gelten. Der Maßstab richtet sich nach dem Einsatz: Wer nur Texte entwerfen lässt, braucht weniger als jemand, der KI in sensiblen Prozessen einsetzt.

  • Eine kurze Schulung deckt viele Fälle ab: was KI kann, wo die Grenzen liegen, welche Daten tabu sind.
  • Dokumentiere sie: wer wurde wann von wem zu welchen Inhalten geschult.
  • Wiederhole das, wenn neue Tools oder neue Leute dazukommen.
  • Seit August 2026 sind die nationalen Behörden für die Kontrolle zuständig. Eine fehlende Doku ist dann ein unnötig schlechter Start.

03Kennzeichnung im Kundenkontakt

Wenn KI direkt mit deinen Kunden spricht oder täuschend echte Inhalte erzeugt, gelten seit dem 2. August 2026 zusätzlich Transparenzpflichten: Chatbots müssen sich als KI zu erkennen geben, echt wirkende KI-Bilder und KI-Videos brauchen eine Kennzeichnung. Die Details und den Zeitplan habe ich im Wiki-Beitrag zu den Transparenzpflichten des AI Act aufgeschrieben. Für dich als Anwender heißt das vor allem: einmal durchgehen, wo KI nach außen sichtbar wird, und dort einen klaren Hinweis ergänzen.

04Interne Spielregeln

Die meisten Probleme entstehen nicht durch das Gesetz, sondern durch Wildwuchs: jeder im Team nutzt irgendein Tool mit irgendeinem Konto, und niemand hat den Überblick. Ein einfaches internes Regelwerk auf einer Seite verhindert genau das.

  • Welche Tools sind erlaubt, und mit welchen Konten.
  • Welche Daten dürfen hinein, und welche nie: Kundendaten, Zugangsdaten, Geschäftsgeheimnisse.
  • Wer prüft KI-Ergebnisse, bevor sie veröffentlicht werden oder an Kunden gehen.
  • An welche Stelle wendet sich das Team bei Unsicherheit.

05Die Verantwortung wandert nicht mit

Ein KI-Tool ist rechtlich ein Werkzeug, kein Sündenbock. Wenn der generierte Produkttext falsche Maße nennt oder der Chatbot eine Zusage macht, die es nicht gibt, haftet gegenüber deinem Kunden nicht der Toolanbieter, sondern dein Unternehmen. Deshalb gehört vor jede Veröffentlichung ein menschlicher Blick, besonders bei Preisen, Produkteigenschaften und rechtlichen Aussagen.

Der Aufwand ist kleiner, als er klingt: Toolliste, kurze Schulung mit Datum, eine Seite Spielregeln. Das ist ein Nachmittag, und damit bist du weiter als die meisten.

Was du jetzt tun kannst
  • Eine Liste machen, welche KI-Tools im Einsatz sind, auch die inoffiziellen im Browser.
  • Eine kurze KI-Schulung durchführen und mit Datum, Teilnehmern und Inhalten dokumentieren.
  • Interne Spielregeln auf einer Seite festhalten: erlaubte Tools, verbotene Daten, Freigaben.
  • Alle Stellen prüfen, an denen KI mit Kunden spricht oder Inhalte erzeugt, und die Kennzeichnung ergänzen.
  • KI-Ergebnisse vor der Veröffentlichung gegenlesen, besonders Zahlen, Eigenschaften und Rechtsaussagen.

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